Eventdetail

Sozialökologische Transformation Fokus Energie

Ort: Gartenhotel Altmannsdorf, Hoffingergasse, 1120 Wien
Sprachen: Deutsch, Englisch
Organisation: Rosa Luxemburg Stiftung Brüssel, Universität Wien, Fachbereich Politik (Ulrich Brand)

Kontakt: Marlis Gensler, Tel. +32 (0)2738 7663

Die Konferenz ist nur an den Panel-Sessions öffentlich. Diese sind am Donnerstagmorgen (9.30 - 12.00), am Donnerstagabend (öffentliche Veranstaltung, 18.00 - 20.00), und am Freitagmorgen (9.00 - 10.30).
 
Einleitung

For good reasons, energy issues remain quite high on the political agenda. Under the heading of “energy security”, powerful economic and political actors intend to pursue their interests. The promotion of renewable energy is up to date mainly a complement to fast growing energy demands and not a real alternative against “brown energy” and the powerful politico-economic complex behind it. In parallel to renewables, coal, gas, oil, and nuclear energy production increases. Many conflicts arise from an intensification of resource extractivism in the Global South but also in the North (e.g. fracking in the United States).

Given this constellation: What are answers and strategies of progressive political forces? What alternative experiences and alternative proposals do exist? Which forms and contents have resistances against capital and power-driven energy politics from above? How can a project of socio-ecological transformation with a focus on justice, democracy and sustainability be formulated? How can tensions and contradictions be dealt with, especially given the fact that many workers live in and from work in unsustainable industries?

From the 3rd to the 5th of July in Vienna, international activists, politicians and scholars will discuss these and other questions. The focus will be on Europe, but from the beginning of our project in 2011, we are discussing an internationalist perspective, therefore, the role of African and Latin American countries for energy in Europe as well as resistances and alternatives will play an important role. A good part of the seminar will be on exchanging experiences and developing strategies.

This international seminar is part of a series of workshops and seminars which already took place: (1) An international seminar on socioecological transformation and energy policy in Latin America and Europe; (2) A workshop on the financialization of nature; (3) A workshop of NGOs and social movements on EU energy policy and social struggles; (4) A workshop on resource extractivism in Africa and links to EU energy and resources policy.
 
Über die Tagung

Die Ziele der Tagung sind: (a) die Ansätze und Widersprüche der Energietransition (Energiewende) in Europa verstehen; (b) einen Überblick über die Kämpfe und Debatten in den verschiedenen Ländern und Kontinenten bezüglich der Energiewende zu bekommen; (c) die Herausforderungen und Notwendigkeiten für eine gemeinsame linke Position in der Energietransition zu identifizieren (sowie Strategien und Interventionsmöglichkeiten); (d) die Diskussion und das Finden von gemeinsamen Positionen unter progressiven Akteuren (wie z.B. AktivistInnen, PolitikerInnen, GewerkschafterInnen, AkademikerInnen) sowie ihre Vernetzung zu fördern.
TeilnehmerInnen sind soziale Bewegungen, NGOs, Gewerkschaften, AkademikerInnen, PolitikerInnen aus Europa, Lateinamerika und Afrika. Das Herzstück der Tagung sind die drei Arbeitsgruppen zu verschiedenen strategischen Feldern.

Am Donnerstag (18-20 Uhr) organisieren wir am Tagungsort eine öffentliche Veranstaltung zur Energiewende in Deutschland und Europa.
 
Die Arbeitsgruppen
 
(1) Transformation, Arbeitsplätze, Extraktivismus

Die Transition zu einer kohlenstoffarmen Ökonomie verursacht Konflikte, in denen Widersprüche sichtbar werden. Arbeitsplätze in kohlenstoffreichen Produktionen und Industrien gehen verloren, fossile Energiegewinnung behält einen großen Stellenwert auch in Europa. Weiche Industrialisierungen in Bergbauregionen wie dem Ruhrgebiet in Deutschland sind bestenfalls zum Teil geglückt.
Welche Diskussionen gibt es innerhalb von Gewerkschaften, unter ArbeiterInnen und Angestellten der betroffenen Branchen und PolitikerInnen in Bezug auf die Herausforderung des Klimawandels und der Energiewende in den verschiedenen Ländern? Welche Erfahrungen hinsichtlich des Strukturwandels und des Umbaus einer Region, die von den fossilen Brennstoffen abhing, und sich – aus welchen Gründen auch immer – davon verabschieden musste, gibt es? Was wäre für Gewerkschaften wichtig, um sich an einem Prozess der Konversion aktiv zu beteiligen, und wie können hier gemeinsame breite Bündnisse geschaffen werden?
Organisation: Alexandra Strickner, Klaus Sühl

Sprache dieser Arbeitsgruppe: Deutsch und Englisch, Simultanübersetzung
 
(2) Energiedemokratie - Energieunternehmen auf lokaler und nationaler Ebene kontrollieren

Neben Technologie und Regulierung wird die Frage nach dem Eigentum und der politischen Kontrolle im Sektor Energie (oder genauer: Elektrizität) immer bedeutender in den Kämpfen sozialer Bewegungen und Bürgerinitiativen für eine Transition zu enereuerbaren Energien. Konzepte von Energiedemokratie werden schnell in vielen verschiedenen Kontexten entwickelt.

Welche Modelle von Energiedemokratie existieren? Was sind die (unterschiedlichen) Koalitionen von sozialen Kräften die diese Konzepte voranbringen? Wie wird mit der Frage von Profit in den Konzepten von Energiedemokratie umgegangen? Ist Enegiedemokratie nur auf dem lokalen Level passend oder was tun mit den großen Energiekonzernen? Ist Energiedemokratie ein pragmatisches Konzept um eine Reihe von praktischen Problemen zu lösen, oder hat es das Potential für eine größere transformatorische Perspektive?
Organisation: Alexis Passadakis, Sören Becker

Sprache dieser Arbeitsgruppe: Englisch
 
(3) Europäische Energie- und Ressourcenpolitik und die Rolle der Europäischen Energiekonzerne

Die politische Ökonomie der EU Energiepolitik ist ein blinder Fleck für Widerstand und soziale Bewegungen in Europa. Zwänge entwickeln sich auf europäischer Ebene mit Konsequenzen auf der lokalen Ebene. Es ist wichtig, den Status Quo zu betrachten und sowie die wichtigen Trends der EU Energiepolitik (Vollendung des Energiebinnenmarktes, Neuer EU Rahmen für Energie- und Klimapolitik 2030, die staatlichen Beihilfen). Und es ist notwendig sich Widersprüche und die Möglichkeiten für Handeln und potentielle Allianzen zu betrachen. In dieser Arbeitsgruppe wollen wir uns aktuelle Interessen und Strategien der europäischen Energiekonzerne und der Europäischen Energie- und Ressourcenpolitik (Energieressourcen) betrachten. Wie auf die Strategien der Energiekonzerne und er laufenden politischen Prozesse reagieren? Welche Widerstände und Alternativen existieren aktuell? Was sind Einstiegspunkte, was ist notwendig um Widerstände und Alternativen zu unterstützen? Das Ziel der Arbeitsgruppe ist Wissensaustausch und die Planung von konkreten Aktivitäten (Kampagne, Storytelling, Studien zu blinden Flecken, Positionspapere, etc.).
Organisation: Ulrich Brand, Fabian Hübner, Marlis Gensler

Sprache dieser Arbeitsgruppe: Englisch
 
Konferenzdokumente:

Konferenzprogramm (PDF-Englisch)
Einführungspaper von Ulrich Brand, Universität Wien
Praktische Informationen zur Reise (PDF-Englisch)
Über die öffentliche Veranstaltung
Kurzer Bericht von Ulrich Brand
 
Veröffentlichung Konferenz-Reader:

Energy Energy democracy? A socio-ecological transformation in the area of energy (PDF)
 
Berichte/Presse:

Ergebnisse aus den Arbeitsgruppen der Konferenz

Thesenpapiere/PowerPoints:

Local Energy Transitions in Europe (Sören Becker und Conrad Kunze)
Umkämpfte Energiewende in Deutschland. Erfolge, Widersprüche, Perspektiven (Hans Thie)
 
Hintergrunddokumente:

Energy Alternatives. Surveying the Territory. The Corner House, 2013. Authors: Larry Lohmann with Nicholas Hildyard and Sarah Sexton. siehe hier
Sozialökologische Transformation und Energiepolitik in Lateinamerika und Europa, RLS Brüssel, 2012. siehe hier
 
Für Interviews und Hintergrundgespräche stehen u.a. zur Verfügung:

Kontakt: Kathrin Niedermoser, Mobil: +43 (0)650 520 94 36

Mirta Antonelli, Universität Córdoba, Argentinien
Mirta Antonelli lehrt und forscht an der Fakultät für Sozialwissenschaften der Universität von Córdoba, Argentinien, und befasst sich kritisch mit den sozialen und ökologischen Implikationen des Bergbaus in Argentinien.

Maxime Combes, Attac Frankreich
Mitautor des Buches "La nature n'a pas de pric, les meprises de l'economie verte" - Die Natur hat keinen Preis, die Verfehlungen der Grünen Wirtschaft.
Beschäftigt sich mit Energiefragen und ist aktiv in die Bewegung gegen Schiefergas in Frankreich engagiert.

Antonio Tricarico, Re:Common, Italien
Beschäftigt sich mit dem Thema der Finanzialisierung der Natur und hat u.a. die Allianz "Scrap the EU-ETS" mitaufgebaut, die sich für eine Abschaffung des Emissionshandels in Europa ausspricht.

Hans Thie, Wirtschaftsreferent der Fraktion DIE LINKE im Bundestag
Beschäftigt sich mit der Energiewende in Deutschland. Hat für die LINKE Bundestagsfraktion Konzepte einer sozial-ökologischen Transformation erarbeitet - www.plan-b-mitmachen.de Ist Autor des Buches "Rotes Grün. Pioniere und Prinzipien einer ökologischen Gesellschaft". www.rosalux.de/publication/39552/rotes-gruen.html

William Sacher, Ecuador/Canada
Flacso-Ecuador in Quito; Autor der Bücher “Noir Canada. Plundering, corruption and criminality in Africa” (2008), und "Imperial Canada Inc., Legal Haven of Choice for the World's Mining Industry" (2012)