Eventdetail

Rassismus und Antiziganismus in Zentral- und Osteuropa

Sprachen: Englisch, Tschechisch
Organisation: RLS Berlin, RLS Sachsen, RLS Brüssel
Kontakt: Anna Striethorst, Email
 
Diskriminierung der Roma in Europa

Die Behandlung von Roma im heutigen Europa ist mehr als Roma-Diskriminierung. In vielen Staaten ist diese Diskriminierung Teil einer offiziellen Politik, die auf die Marginalisierung und letztlich Vertreibung der Roma hinausläuft. In einigen Gebieten äußert sich dies offen in Form rassistischer Gewalt. So gibt es beispielsweise in Rom, Mailand und anderen italienischen Städten ein sogenanntes "Nomadengesetz“, das 2008 in Kraft trat und den zuständigen Behörden erlaubt, Ansiedlungen von Roma zu räumen. Trotz einer Entscheidung vom November 2011 durch Italiens höchstes Verwaltungsgericht, welches dieses Gesetz als rechtswidrig einstufte, gehen die Vertreibungen von Roma weiter.


Nicht besser ist die Lage in Osteuropa, wo Vertreibungen mittlerweile die Regel und nicht mehr die Ausnahme sind. In Serbiens Hauptstadt Belgrad vertrieben im April dieses Jahres die Behörden mehr als 1.000 Roma aus der Innenstadt. Tausende Romani Kinder in der Slowakei erhalten eine schlechte Schulausbildung, weil sie in das reguläre Schulsystems nicht integriert, d.h. ausgegrenzt werden. In Ungarn hat die rechtsextreme Jobbik Partei bei mehr als einer Gelegenheit Roma unter den Augen der Polizei aggressiv eingeschüchtert und auch Gewalt gegen Roma ausgeübt. Im August 2012 sah die Polizei tatenlos zu, wie ein Mob von etwa 1.000 Menschen während eines von Jobbik organisierten Marsches gewaltsam die Häuser von Roma Familien angriff. Und schließlich häufen sich auch in der Tschechischen Republik die Angriffe auf Roma. Es ist schon fast zynisch, wenn es als Fortschritt betrachtet werden muss, dass Romani Kindern der Zugang zu Schulbildung für 5 Jahre zugesichert wurde, nachdem der Europäische Gerichtshof der Menschenrecht befand, dass das Land Roma diskriminiert, wenn es Roma Kinder ohne Unterschied in Sonderschulen ausbildet.


Die Regierungen Europas – egal ob auf der lokalen, nationalen oder auf EU-Ebene – müssen sich dieser Problematik stellen. Einem Anruf europäischer antirassistischer Bewegungen folgend, fanden am 7. Oktober 2012 Protestmärsche in Frankreich, Dänemark, Norwegen, Italien, Serbien, Kroatien, Montenegro, Albanien, Polen, der Ukraine, England, der Türkei, Tschechien und Bulgarien statt. Solche Aktionen gilt es fortzusetzen und ihnen weitere hinzuzufügen. Es muss bekannt werden, welches Unrecht an den Roma begangen wird, was hier mitten in Europa geschieht. Gleichzeitig geht es darum jede Form des Antiziganismus, des Rassismus und der Fremdenfeindlichkeit aktiv zu bekämpfen. Deshalb organisierte das Brüsseler Büro der Rosa Luxemburg Stiftung im Dezember 2011 in Berlin die Konferenz "Willkommen zu Hause? – Zur Situation der Roma in der der EU".

Das Seminar möchte hieran anknüpfen und Informationen über die aktuelle Situation austauschen, dabei den Fokus auf Osteuropa richten und darüber hinaus Netzwerke ermöglichen und gemeinsame Wege eruieren, um europaweit gegen Fremdenfeindlichkeit und die Vertreibung und Marginalisierung der Roma zu kämpfen.
 
Programm:
 
Friday, 7 December 2012

12:00 – 14: 000 ARRIVAL
14:00 - 18:00 Kumar Vishwanathan, NGO Vzjemné soužití: Nationalism and Racism in Czechia and Ostrawa
18:00 - 19:00 Dinner
19.00 - 21:00 “Welcome home” - Film and Discussion

 
Saturday, 8 December 2012

10.00 - 12.00 Andreas Koob on: The rise of Nationalism and Xenophobia in Hungary – A European problem
12.00 - 12:30 Coffee break
12.30 – 13.30 Fritz Burschel and Guillermo Ruiz on Racism and Antiziganism as a European phenomenon
13.30 - 14:30 Lunch
14:30 - 16.00 Workshops: Roma in Europe
Workshop A: Good practices to combat Antiziganism with Amaro Foro and Pedro Aguilera Cortés (Council of Europe / Spain)
Workshop B: Political strategies against Antiziganism with Vladan Jeremic and Dejan Markovic (Belgrad)
16:00 - 16:30 Coffee break
16:30 - 18:00 Marika Tandler, (EP Brussels): Right wing populism in and outside the parliaments
18:00 Excursion and Cultural Programme

 
Sunday 9 December 2012

09:00 - 11.00 Brunch and open space meeting: Feedback, results and ideas for further activities
12:00 - 13:00 DEPARTURE
 
In Kooperation mit:

Rosa Luxemburg Stiftung, Ramona Hering
phone 004930 44310 417 / 0049 179 5262558
e-mail: hering@rosalux.de


Rosa Luxemburg Stiftung Sachsen
Stefanie Götze
phone: 0341 – 22540064
e-mail: goetze.rls-sachsen@t-online.de
 
Dokumentation:

>> Seminarbericht
>> Fotos der Veranstaltung
>> Einführung Antiziganismus im heutigen Europa (Deutsch)
>> Vortrag Roma in Europa (Englisch)