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Gutes Leben für alle

In der aktuellen Übergangszeit, die von Verunsicherung, Angst und Pessimismus geprägt ist, beschreibt das gute Leben für alle eine Welt, in der das freie Zusammenleben friedlich und solidarisch organisiert wird. Es ist eine Utopie, ein Denkangebot, das Hoffnung gibt und auf Potentiale fokussiert. Aber es ist auch eine konkrete Utopie, ein Kompass, der den utopischen Horizont mit konkreten Umsetzungsschritten verbindet: Was können Menschen hier und jetzt tun, um Freiheit, Solidarität, Nachhaltigkeit und Demokratisierung zu befördern?

Am Gutes Leben für alle Kongress 2017 treten erneut Umwelt- und Sozialbewegte, Wissenschaft und Praxis in den Dialog. Dabei verfolgt der Kongress drei Ziele:

  • Wir diskutieren, ob es eine koordinierte wirtschaftliche Deglobalisierung braucht, um die notwendigen Handlungsspielräume zurückzugewinnen für die Gestaltung eines Gemeinwesens, in dem alle Menschen ein gutes Leben führen können.
  • Wir erkunden, wie städtische Institutionen und Infrastrukturen gestalten sein müssen, damit die Stadt bzw. die lokale Ebene der Ort für lokale Experimente und Neues „von unten“ wird, wo Weltoffenheit und systemische Lösungen gemeinsam gedacht und gelebt werden.
  • Wir vernetzen Wissenschaft, Zivilgesellschaft, Gewerkschaften, PionierInnen des Wandels, Politik und Kultur und unterstützen unkonventionelle Lern- und Forschungspartnerschaften.

Im Rahmen dieses Kongresses, organisiert die Rosa-Luxemburg-Stiftung den folgenden Workshop:

Progressive Industrie- und Wirtschaftspolitik

Referent*innen: Lila Caballero (Action Aid UK), Maha Ben Gadha (Rosa-Luxemburg-Stiftung, Tunis), Ivan Radenkovic (Journal for Theoretical Practices - STVAR), Julia Eder (Johannes Kepler University)
Wann: Freitag, 10. Februar 2017
Wo: Vienna University for Economics and Business, Institute for Multilevel Governance and Development, Welthandelsplatz 1, 1020 Vienna

Beim Kapitalismus des 21. Jahrhundert erinnert nur noch wenig an die "Soziale Marktwirtschaft" der sog. "dreißig glorreichen Jahre" nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Der dominante Kapitalismus heute ist in Hinsicht auf progressive Gestaltungsspielräume vor allem durch drei Besonderheiten gekennzeichnet:

1.    eine imperialistisch, fossile Ausrichtung, die den Metabolismus des Erdsystems nachhaltig schadet,
2.    durch die Dominanz der Bedürfnisse des Finanzkapitals gegenüber anderen gesellschaftlichen Zielen und schließlich
3.    durch Globale Wertschöpfungsketten.

Um Wohlstand und eine potentiell autozentrierte Entwicklung zu ermöglichen, benötigen Gesellschaften eine eigene wirtschaftliche Basis. Hierzu bedarf es vor allem einer eigenen Industrie. Diese ermöglicht die Verringerung der wirtschaftspolitischen Abhängigkeit vom Ausland, ist die Basis starker Gewerkschaften und schafft Arbeitsplätze.

Wir wollen gemeinsam diskutieren wie eine echte progressive Industriepolitik aussehen könnte – was diese, um sich so zu nennen, eigentlich beinhalten muss, und wie diese in unterschiedlichen Weltregionen aussehen könnte. Welche realen Möglichkeiten bestehen heutzutage, eine Industrie- und Wirtschaftspolitik zu entwickeln, die im Sinne der Menschen und nicht der internationalen Monopole wirkt? Welche Ansätze gibt es, wo gibt es Interventionsmöglichkeiten und welche Akteurskoalitionen sind dafür eigentlich nötig?

Kontakt für diesen Workshop: Roland Kulke (roland.kulke(at)rosalux(dot)org)

Ausführliche Informationen über den Kongress (vollständiges Programm, Anmeldung, alle Referent*innen, praktische Infos) gibt es auf der Webseite des Kongresses.