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Frack no more

Europa-Rundreise mit Anti-Fracking Aktivist*innen aus Argentinien mit Stationen in Brüssel, Genf und Paris

Die Gewinnung unkonventioneller fossiler Brennstoffe hat sich in den letzten Jahren überall in der Welt intensiviert. Die damit verbundenen negativen Auswirkungen auf Umwelt und Gesundheit haben an vielen Orten zivilgesellschaftliche Organisationen dazu veranlasst zu handeln: Ihr Ziel ist es politisch den Ausstieg aus dieser Technik auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene zu erreichen.

Argentinien steht nach den Vereinigten Staaten auf zweiter Stelle wenn es um die Erreichung von  Energiesouveränität durch die Förderung von unkonventionellen fossilen Brennstoffen (Fracking) geht. Als aufstrebendes Wirtschaftsland hat Argentinien eine Reihe von wirtschaftlichen, sozialen und politischen Charakteristika, die typisch für Länder des Südens sind. Darüber hinaus hat Argentinien Gesetzesreformen durchgeführt, um ausländische Investitionen durch große transnationale Konzerne zu erleichtern, darunter auch europäische Konzerne wie Total, Shell und Wintershall. Trotz niedrigem Ölpreis wurden mehr als 400 Fracking-Anlagen auf der geologische Formation Vaca Muerta, Region Neuquén in Patagonien eingerichtet. Dies ist bis heute das einzige Schiefergas-Fracking-Großprojekt außerhalb der Vereinigten Staaten:

Informationen zu den ökologischen, politischen, sozialen und gesundheitlichen Folgen der Extraktion von unkonventionellen fossilen Brennstoffen in der Provinz Neuquén in Argentinien können einen Beitrag für die europäische Debatte über die Förderung unkonventioneller fossiler Brennstoffe leisten.

Das Centre Europe - Tiers Monde (CETIM) und die Rosa-Luxemburg-Stiftung, Büro Brüssel, organisieren eine Europa-Tour mit Anti-Fracking-Aktivist*innen aus Argentinien. In öffentlichen Veranstaltungen informieren sie, zusammen mit Aktivist*innen aus Frankreich,  über den argentinischen Fall, präsentieren das Buch "La passion du schiste. Capitalisme, Démocratie, environnement en Argentine" (CETIM, OPSur) und den Film "Terres de Schistes – Fracking Patagonia". Die Delegation trifft weiterhin Vertreter*innen des UN-Menschenrechtsrat (UNHRC) in Genf, Mitglieder des Europaparlaments in Brüssel, ParlamentarierInnen in Frankreich und natürlich Aktivist*innen.

Die Delegation:

Enrique Viale, Argentinien, ist Rechtsanwalt und auf Umweltrecht spezialisiert (Universität von Buenos Aires). Er ist Mitbegründer des argentinischen Verbandes der Umweltjuristen (AAdeAA), ist Mitglied des „Internationalen Gerichts für die Rechte der Natur“, präsidiert von Vandana Shiva (Indien), und der „Earth Law Alliance“. Er war mit mehreren Fällen von Umweltrecht betraut. Er ist Teil der „Ständigen Gruppe Jenseits von Entwicklung“ (initiiert von dem Andenbüro der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Quito), ist Autor und Ko-autor von Büchern, wie "15 Mitos y realidades de la minería trasnacional en la Argentina" (2011) und "Maldesarrollo. La Argentina del extractivismo y el despojo" (2014).

Lorena Riffo, Argentinien, hat einen Abschluss in Kommunikation; ist Aktivistin in der sozial-ökologischen Organisation "Tierra para Vivir", forscht für die universitäre Institution Conicet zu den sozialen Prozessen im Kontext der Gewinnung von unkonventionellen fossilen Brennstoffen, und ist Assistenzprofessorin an der Universität von Comahue.

Grégory Lassalle, Frankreich und Argentinien, ist unabhängiger Journalist und Filmemacher, drehte den Dokumentarfilm "Terres de Schistes – Fracking Patagonia" (Les Amis de la Terre, France), den er auf mehr als 70 öffentlichen Veranstaltungen in Europa präsentierte (auch bei dem Filmfestival "Filmar en América Latina", Genf, 2014). Für Le Monde Diplomatique schreibt er über Folgen von Schiefergasförderung und verbringt die Hälfte seiner Zeit in Frankreich und die andere Hälfte in der Provinz Neuquén.

Vincent Espagne, Frankreich, ist Berater für Kulturtechnik und Kommunikation und einer der Organisatoren des europäischen "Frack-Free Europe" -Netzwerks. Er ist Mitautor eines Berichts über die Erforschung und Förderung von Schiefergas in Tunesien und einer Broschüre über extreme fossile Brennstoffe im Maghreb, veröffentlicht von ATTAC Frankreich in Arabisch und Französisch (2015). Er ist Mitbegründer von OPACITE (Observatoire du PAntouflage et des Conflits d'InTErêts – Beobachtungsstelle für Drehtüren und Interessenkonflikte).

Kontakt:
Marlis Gensler, Rosa-Luxemburg-Stiftung, Büro Brüssel, marlis.gensler(at)rosalux(dot)org

Programm (auf Englisch):

Sunday, 25 September 2016 (Lüttich)
 
15:00 – 17:30
Projection "Terres de Schiste" suivi d’un débat à Liège. Activité co-organisée par le Gresea
Venue: Barricade,  Rue Pierreuse 21, 4000 Liège

Monday, 26 September 2016 (Brüssel)
 
09:00 – 10:00
Participation en direct au programme radio "Bruxelles, capitale de lobbies"
Venue: Radio Panik, Bruxelles (online radio or 105.4)
 
18:30 – 20:30
Presentation during the conference "Fossil Fuel Lock-In: why gas is a false solution"
Venue: Maison des Associations Internationales, Rue Washington 40, 1050 Bruxelles
 
Wednesday, 28 September 2016 (Geneva)
 
15:00 – 16:30
United Nations Human Rights Council
Parallel conference during the United Nations Human Rights Council
Organised by CETIM
Venue: Palais des Nations, salle XXIV, 1211 Geneva
 
18:30 – 20:30
Book presentation – Public conference organized by CETIM
With a drink afterwards, offered by the city of Geneva
Venue: Palais Eynard Rue de la Croix-Rouge 4, 1204 Geneva

Thursday, 29 September 2016 (Lausanne)
 
18:30 – 20:30
Conférence – Débat
Organisé par le collectif Halte aux forages
Venue : Centre socioculturel « Pôle Sud », avenue Jean-Jacques Mercier 3, 2e étage
 
Monday, 3 October 2016 (Paris)
 
09:30 - 17:30
Public conference in Paris: Colloque «Les gauches latino-américaines et européennes face à l’extractivisme» co-organisée avec le FAL
Venue: Assemblée nationale, Salle Victor Hugo, 126 rue de l'Université, 75007 Paris
 
Tuesday, 4 October 2016 (Paris)
 
18:00 - 19:30
Conférence contradictoire avec une compagnie pétrolière (TOTAL/Schlumberger)
Venue: ENSAM, 151 Boulevard de l'Hôpital, 75013 Paris

Bild: Mary Crandall, stop fracking / Flickr / CC BY-NC-ND 2.0