Eventdetail

Extraktivismus als Entwicklungsmodell? Erfahrungen aus verschiedenen Weltregionen

Zeit: Freitag, 29. März 2013
Ort: El Manar University Campus, Tunis
Sprachen: Arabisch, Englisch, Französisch
Organisation: Ulrich Brand (Universität Wien), Rosa Luxemburg Stiftung Brüssel (Marlis Gensler) und RLS Tunis

Kontakt: Marlis Gensler, Tel. +32 (0)2738 7663
First session: 9:00 - 11:30, room SE4B
Second session: 13:00 - 15:30, room P19

Veranstaltungs-Flyer PDF


Energiesicherheit ist ein verstärkt politischer Hot Topic von Europäischer Politik und der Wirtschaft. Nordafrika spielt darin eine wichtige Rolle. In diesem Seminar wollen wir neue Entwicklungen darstellen und evaluieren, Kämpfe und alternative Vorschläge gegen diese ins Auge fassen und die Kooperation zwischen kritischen Akteuren fördern.

Traditionell ist in vielen afrikanischen Ländern die Ausbeutung von Mineralien, fossilen und Agrarressourcen und ihr Verkauf auf dem Weltmarkt die Grundlage für ihre Ökonomien und für eine klientelistische Staats- und Klassenstruktur. Seit einigen Jahren gibt es einige Aufmerksamkeit für die hohe Ressourcennachfrage und –preise, auch im Kontext der angesagten Ressourcenknappheit. China ist dahingehend aktiv in afrikanischen Ländern; die Europäische Union formuliert und stärkt dahingehend ihre Strategien. Neben landwirtschaftlichen Produkten und Mineralien sind Energieressourcen wichtig: Gas, Öl, Uran, Wasserkraft und Solarenergie, aber auch landwirtschaftlichen Produkte für Energie (Agrotreibstoffe).

In dem Workshop wollen wir jüngere Entwicklungen in Nordafrika, in anderen Teilen des afrikanischen Kontinents, in Lateinamerika und Europa diskutieren. Warum ist Extraktivismus so beliebt bei Regierungen, ökonomischen Eliten und sogar bei einem Großteil der Bevölkerung, trotz seiner negativen ökologischen Folgen und seinen selektiven Beitrag zu "Entwicklung"? Was fordern soziale Bewegungen und NGOs um die brutalen Formen des Extraktivismus zu stoppen und Sozial- und Umweltstandards zu fördern, oder Extraktivismus gar vollständig zu stoppen? Welche Rolle spielt die Europäische Union und transnationale Unternehmen im Extraktivismus-Entwicklungsmodell? Welches sind die Erfahrungen von Widerstand in afrikanischen Ländern und anderen Weltregionen, vor allem in Lateinamerika?
 
Mit Beiträgen von:

  • Ana Esther Ceceña, Geopolitical Observatory in Latin America, Mexico
  • Joan Leon, Rosa Luxemburg Foundation Dar es Salaam
  • Alexandra Strickner, Attac Austria
  • Brian Ashley, One Million Climate Jobs, South Africa
  • Habib Ayeb, Tunisian Geographer, Associate Professor at Paris 8 University in France and American University in Cairo, Egypt
  • Ulrich Brand, Fellow at Rosa Luxemburg Foundation and University of Vienna
  • Edgardo Lander, University of Caracas and Transnational Institute, Venezuela
  • Tadzio Müller, RLS Berlin
  • Pablo Solón, Focus on the Global South, Philippines
  • Giorgos Velegrakis, Marie Curie fellow, PhD researcher Harokopio University Athens, European Network of Political Ecology ENTITLE, and SYRIZA Energy Department

Siehe auch:
>> Seminar Energiepolitik und Extraktivismus, Tunis, März 2013