Eventdetail

Die Afrikanische und die Europäische Linke im Dialog: Wandel und Herausforderungen

Ort: International Auditorium, European Trade Union House, Boulevard du Roi Albert II, No. 5 / 2; B-1210 Brussels
Organisation: Rosa Luxemburg Stiftung Brüssel in Kooperation mit dem Afrika-Referat der RLS in Berlin
Sprachen: Englisch/Französisch

Kontakt: Roland Kulke, Tel. +32-2-7387662

Die offiziellen Beziehungen zwischen afrikanischen und europäischen Regierungen sind, trotz wiederholter Bekundungen von "Partnerschaft" und "Dialog", zutiefst von Asymmetrie und Dissonanzen geprägt. Was eigentlich ein gleichberechtigter politischer Dialog sein soll, ist in Realität zu oft eine auf Dominanz und Herrschaft beruhende einseitige Beziehung. Vor allem sind die europäisch-afrikanischen Beziehungen von der traditionellen Dichotomie von Geber und Nehmer geprägt – und hier gilt das afrikanische Sprichwort: "Die Hand die gibt, ist immer über derjenigen, die nimmt!"

Nach den Erfahrungen der letzten Jahrzehnte mit dem Kampf um eine echte Emanzipation und Alternative zum herrschenden Kapitalismus muss es heute um die Entwicklung eines neuen Radikalismus für das 21. Jahrhundert gehen. Nur so können die gegenwärtigen Asymmetrien abgebaut und die uns gestellten Aufgaben gemeistert werden. Spätestens nachdem die multiple Weltkrise voll auf die Bevölkerungen durchgeschlagen hat – mit ihren je unterschiedlichen Auswirkungen auf Umwelt, Ernährung, Energie und Finanzen – ist die Suche nach praktischen Alternativen wieder hoch auf der Agenda. Aber wie Samir Amin sagt: "Es gibt keine realisierbare Alternative, die nicht eine grundlegende sozialistische Perspektive hat."

Weil die gegenwärtige multiple Krise keine einfachen Antworten mehr zulässt, müssen linke und progressive Kräfte einen neuen Konsultationsprozess in Form eines echten Dialoges beginnen. Ziel muss es sein, diesen zu nutzen Transformationsstrategien zu suchen, und gemeinsame Aktion für sozialen und politischen Wandel zu finden.

Mit dieser Absicht hat die Rosa Luxemburg Stiftung mit ihren afrikanischen Partnern (also Mitgliedern linker Parteien und zivilgesellschaftlicher Organisationen), der Partei Die Linke in Deutschland (Mitglieder des Deutschen und des Europäischen Parlaments) begonnen all zwei Jahre Treffen zu arrangieren. Die erste große Konferenz fand am 27. Juni 2009 in Berlin statt. Die zweite wird nun im Herbst 2011 in Brüssel stattfinden, und wird vom Brüsseler Büro und dem Afrika Referat der Rosa Luxemburg Stiftung organisiert. Diese Konferenz wird am vom 13. bis 15. Oktober stattfinden.

Nach umfangreichen Konsultationen mit den Partnern der Rosa Luxemburg Stiftung in Afrika und Europa haben wir uns entschlossen, das zweite große Treffen dem Prozess der sozialen Transformation zu widmen. Hierbei soll der Fokus auf die sozio-strukturellen Veränderungen, und die sich ändernde Rolle des Staates gelegt werden. Um diese Thema zu bearbeiten, werden wir uns in verschiedenen Panels den Themen Ernährung (und Ernährungssouveränität), (Bio-) Energie und Klimawandel widmen. Hierbei werden wir diese Themen unter den verschiedenen Perspektiven und den übergreifenden Fragestellungen Internationale Handelspolitik, Entwicklung und Sicherheit (die Diskussion um die "Securisation of Aid"), Demokratisierung und Migration debattieren. Selbstverständlich wird ein Fokus immer auf die Nordafrikanischen politischen Umwälzungen gelegt werden, sowie auf die Frage, wie sich diese auf die Sahel-Zone und Sub-Sahara Afrika auswirken.

In der öffentlichen Veranstaltung am 13. Oktober werden Mitglieder aus afrikanischen und europäischen Parlamenten über Basisdemokratie und nationale Befreiung im Lichte der "Revolutionen" in der Maghreb-Region sprechen.

In einem Abschluss-Panel wollen wir die Frage bearbeiten: "Wie können wir die Abhängigkeit von Entwicklungshilfe und Paternalismus verhindern – welche Formen von internationaler Kooperation und Solidarität benötigen wird in Zukunft?"
 
Conference Programme


Venue: International Auditorium, European Trade Union House, Boulevard du Roi Albert II, No. 5 / 2; B-1210 Brussels

Thursday, 13 October 2011
19:00 - 21:00 "... and now where to? The Left and the 'Arab Spring'", International Panel Discussion

Currently, Africa is at the beginning of a phase of major changes. In 2011, elections are taking place in 18 African countries. Two North African dictators have already been driven out of office from social movements. On the other hand, in the light of recent events in Ivory Coast, Somalia, Sudan and Eritrea, we can speak of colonial efforts of Western powers and alliances in Africa to stabilize anti-democratic post-colonial state-models. Some of these Western states tighten their efforts to participate in the neo-colonial race by so-called “commodity partnerships,” one-sided trade agreements, arms sales, and military advisors.

In the panel discussion, we want to take the opportunity to discuss with the three invited discussants to talk about social movements and their objectives, the possible outcomes of upcoming elections and prospects for emancipatory developments in Africa.

With Samir Amin, Director of the Third World Forum in Dakar and President of the President of the World Forum of Alternatives; Sabine Lösing, Member of the European Parliament for the German "Die Linke", GUE/NGL; In the European Parliament, she is a Member of the Committee on Foreign Affairs, the Subcommittee on Security and Defence and she is also member of the Delegation for relations with South Africa of the European Parliament; and Rabiatou Diallo, Appointed President of the National Council of Transition Guinea and Secretary General of the National Confederation of Workers of Guinea
 
Friday, 14 October 2011

09:00 – 10:30 Opening
11:00 – 12:30 International Trade Policy: Development and Trade – taming the world market; strengthening local and regional co-operation
14:00 – 15:30 Economic Development: Sustainability – befriending the social and the ecological (in rural development)
16:00 – 17:30 Migration: The political economy of migration – escaping a direful future; searching for a better life
 
Saturday, 15 October 2011

09:00 – 10:30 Democratisation: The democratic challenge – Managing social change in favour of the people
11:00 – 12:30 Security Policy: Geo-politics, the military and aid – fighting a cataclysmic alliance
14:00 – 15:30 African awakenings: daring to invent the future
16:00 – 18:30 Ending Aid Dependency: From aid and humanitarianism to solidarity and co-operation
 
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