Eventdetail

Das internationale Finanzsystem und die globalen Machtverschiebungen - Fünf Jahre nach Lehman Brothers

Ort: Brüssel, wird bekannt gegeben
Sprache: Englisch
Organisation: Rosa Luxemburg Stiftung Brüssel, in Kooperation mit Attac Frankreich and WEED (Berlin)
Kontakt: Roland Kulke

Der Aufstieg der Schwellenländer im globalen Süden und vor allem derjenige Chinas hat provoziert weitreichende Fragen zur Zukunft des wirtschaftlichen und politischen Weltsystems. Der Crash von Lehman Brothers und die folgende Weltwirtschaftskrise hat berechtigt starke Zweifel darüber ausgelöst inwieweit der "alte Westen" die internationalen politischen und wirtschaftlichen Beziehungen noch dominieren kann.

Wir leben heute in Zeiten des finanzialisierten Kapitalismus, und es ist jedem ehrlichen Betrachter klar, dass die gegenwärtige Krise im Finanzsektor ihre Ursache findet. Es ist von größter Bedeutung die gleichzeitig stattfindenden Machtverschiebungen auf der internationalen politischen Ebene in die Analyse mit einzubeziehen, denn nur dann kann man verstehen, welcher Spielraum für die Entwicklung der sog. "aufstrebenden Märkte" (emerging markets) in Zeiten eben dieses Finanzmarktkapitalismus überhaupt vorhanden sind.

Trotz großer Hoffnungen kam es nach dem Lehman-Crash zu keinen ausreichenden Re-formen der Finanzmärkte in den USA und der EU. Weiterhin leidet die Eurozone unter eine kombinierten Finanzmarkt- und dadurch hervorgerufenen Staatsschuldenkrise. Ihre Ursache liegt auch in der strukturellen Heterogenität der Wirtschaften der Eurozone, aber auch in einer unzureichend regulierten Währungsunion, die ohne jegliche Ausgleiche für das Fehlen der Abwertungsmechanismen auskommen muss. Das Resultat ist eine mittlerweile permanente Wirtschaftskrise in Südeuropa mit hohen menschlichen Kosten, ohne das wir Anzeichen finden können, das die Krise in naher Zukunft ihr Ende findet.

Die große Krise der letzten fünf Jahre findet statt in einer sich dramatisch ändernden geopolitische Konstellation statt. Die Welt wird in Zukunft noch stärker multilateral regiert werden, und es gibt gute Gründe anzunehmen, dass die Weltfinanz- und die Eurozonenkrise hier als starke Katalysatoren wirken.

Die Konferenz wird die Reformen des internationalen System untersuchen, aber auch fragen wie das Krisenmanagement funktionierte aber auch die politischen Fragen diskutieren, welche Perspektiven das gegenwärtige Finanzsystem hat und welche Rückkopplungen zwischen dem internationalen Finanzsystem und den geopolitischen Machtgleichgewichten bestehen.

Konferenzbericht:

Finance, Crisis and the Global Power Shift. Financial Crisis, Reforms and their Impact on Geopolitics

Programm siehe Englische Seite.