Schöne Grüne Welt. Über die Mythen der Green Economy.

Sie stoppt Klimawandel und Artensterben und schafft nebenbei hohe Wachstumsraten und Millionen Arbeitsplätze: die Green Economy. Sie gilt als Wunderwaffe. Mit ihr soll der globale Kapitalismus stabilisiert werden. Und er soll dann auch noch nachhaltig sein. Was aber ist Green Economy? In ihr sollen politische Rahmenbedingungen dafür sorgen, dass Kapital fließt, um Märkte und Wirtschaft «grüner» zu machen und «grüne» Arbeitsplätze zu schaffen. Unternehmen sollen für Umweltschäden einen «angemessenen» Preis zahlen. Und nicht zuletzt: Der Staat soll seine öffentliche Beschaffung am Nachhaltigkeitskriterium ausrichten und nachhaltige Infrastrukturen fördern.

 Im Juni 2012 soll in Rio de Janeiro auf der UN-Konferenz Rio+20 die Green Economy zu einem neuen Leitbegriff globaler Politik werden. Die Konferenz findet zum 20. Jahrestag der UN-Konferenz über Umwelt und Entwicklung statt, auf der 1992 die Zauberformel von der «nachhaltigen Entwicklung» geprägt wurde. 2012 ist es nun die Green Economy, die in aller Munde ist. Schon seit 20 Jahren wird von der Begrünung des Kapitalismus geschwärmt. Gleichzeitig ist offensichtlich: Irgendwie geht es mit der nachhaltigen Entwicklung nicht so recht voran. Die CO2-Emissionen steigen. Die biologische Vielfalt schrumpft. Hunger, Verarmung und soziale Ungleichheit nehmen in vielen Ländern zu. Die gefeierte «Versöhnung von Ökologie und Ökonomie » gestaltet sich zäh. Die Green Economy ist nicht das, was viele in ihr sehen wollen: eine magische Formel, die auf dem Silbertablett Lösungen für zahlreiche Probleme anbietet.

Mit dieser Broschüre soll gezeigt werden: Green Economy ist ein umkämpfter Begriff, der mit vielen Inhalten gefüllt werden kann – je nach Interessenlage. Und es soll aufgezeigt werden, wo die Vorschläge zu kurz greifen, zu schnell den Kompromiss mit den herrschenden Kräften suchen und Alternativen eher verdrängen als fördern. Fest steht: Bricht die Green Economy nicht mit den Strukturen der Old Economy und dient sie lediglich als Wachstumsprogramm, so wird sie enttäuschen und sehr schnell ihren Glanz verlieren.

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Green Economy, Klimawandel