Für eine fortgesetzte Emanzipation der Linken

"Der alte Sozialismus implodierte 1989. Die Perversion der sozialistischen Idee durch den Stalinismus, das Versagen der Planwirtschaft, die bürokratische Lähmung der Gesellschaften unter dem Anspruch der politischen Führung durch die kommunistischen Parteien: es war nicht mehr viel übrig vom Ideenreichtum der linken Geschichte und die Menschheitshoffnung hatte sich verbraucht in der grauen Wirklichkeit der real existierenden Sozialismen.

1989 war nicht nur das Ende der bipolaren Welt, sondern hatte existentielle Konsequenzen für die sozialdemokratische und die nicht-sozialdemokratische Linke. Damit war der revolutionäre Versuch des Systemwechsels für die Linke weltweit gescheitert, die Perspektive eines dritten Weges zwischen Kommunismus und Sozialdemokratie existierte nicht – weder die Westlinke noch die Ostlinke hatte eine solche Alternative entwickelt. Weltweit haben linke Parteien und traditionell linke politische Formationen mit den Konsequenzen von 1989 zu leben. Von Russland über China bis Lateinamerika und Kuba, von Berlin über Warschau bis Chisinau werden die Ereignisse von 1989 und damit des Endes der Herrschaft der siegreichen Sowjetunion völlig unterschiedlich verarbeitet. Es lohnt sich, über die Konsequenzen des Systembruchs 1989 für die Linke insgesamt nachzudenken, die kommunistisch-sozialistische und die sozialdemokratische..."

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