Organizing for a Left Hegemony

Mitte Oktober trafen sich an die einhundert Teilnehmende - allesamt Aktivist*innen, Campaigner*innen oder Organizer*innen in linken Parteien, sozialen Bewegungen und Gewerkschaften in Europa und den USA in Madrid.

Fünf Tage intensive Workshops, Podiumsdebatten, Vorträge und Diskussionen - eine Demo und Gespräche bis tief in die Nacht. Die Rosa-Luxemburg-Stiftung lud politische Partner und junge AktivistInnen aus 16 Ländern ein, die gemeinsamen Herausforderungen für linke Akteure in Europa zu diskutieren und voneinander zu lernen.

Mit dabei waren nicht nur der Parteivorsitzende der LINKEN, Bernd Riexinger, und Vertreter*innen erfolgreicher Mobilisierungen wie Momentum, La France Insoumise oder People for Bernie Sanders. Auch stadtpolitische Aktivist*innen und Politiker*innen aus Madrid, Barcelona oder Zagreb, Aktive in Kampagnen wie right2water in Irland, Czarny Protest in Polen, von der europaweiten Kampagne gegen TTIP, CETA, TISA und von Parteien wie Razem (Polen), Levica (Slowenien) und der Working Families Party (USA) brachten ihre Erfahrungen, Organisierungs- und Strategieansätze ein.

Gleichzeitig wurde das neue Verbindungsbüro der Stiftung in Madrid eröffnet.

Im Mittelpunkt aller Diskussionen stand die Frage, wie die Linke in Europa zu einem dritten Pol, einer sichtbaren und politisch einflussreichen, progressiven Alternative zum autoritär regierenden Neoliberalismus einerseits und einem sich radikalisierenden Rechtspopulismus andererseits werden kann.

Zwar hat die EU-Krisenpolitik progressive Gegenmobilisierungen hervorgebracht, die Alternativen zu Austerität und Neoliberalismus einfordern und entwickeln: So etwa die Bewegungen der Plätze in Südeuropa, oder Kampagnen, die für Wohnraum, Gesundheit, Bildung, öffentliche Daseinsvorsorge für alle streiten.

Zugleich steht die Linke aber vor der Herausforderung, ihre Basis weit über die bisher existierenden Milieus erweitern zu müssen: Wie können wir – etwa mit einer neuen Klassenpolitik und popularen Strategien – reale Verbindungen zu denjenigen auf- und ausbauen, die von Austerität und Ausgrenzung betroffen sind? Wie kann diese Politik entwickelt werden, so dass sie die Diversität von Interessen in den popularen Klassen und Fragen von Rassismus, Geschlechterbeziehungen, aber auch Ökologie und globalen Machtverhältnissen einbezieht?

Diese Fragen dienten vor allem auch als Ausgangspunkt für den Austausch von Bewegungs- und Organisierungswissen zwischen den Teilnehmenden. So wurden etwa Möglichkeiten und Erfahrungen mit Ansätzen wie Canvassing (direkte Kontaktanbahnung z.B. über Haustürgespräche), Organisierung und Politik in benachteiligten Stadtvierteln, Fragen der erfolgreichen Kampagnenführung und Social-Media-Strategien, sowie die Erneuerung und Reorganisierung linker Parteien diskutiert.

Die Teilnehmenden nutzten die Gelegenheit aber auch, um gemeinsame europäische Perspektiven zu entwickeln: Welche Elemente braucht eine transnationale Strategie der Linken in Europa, die die unterschiedlichen Handlungsbedingungen linker Akteure in den Ländern berücksichtigt? Nicht zuletzt die Europawahlen 2019 stellen dabei einen wichtigen Meilenstein für gemeinsames Handeln der Linken in Europa dar.

Ein Anfang ist gemacht. Jetzt gilt es die gesponnenen Netze zu verstärken und gemeinsam an vielen Orten die Verhältnisse zum Tanzen zu bringen.

Video

Eröffnung des Verbindungsbüros Madrid - (Länge 1:09 - Sprache: Englisch)

Organizing for a Left Hegemony - eine Zusammenfassung der Europäischen Sommerschule - (Länge 7:20 - Sprache: Englisch)

Ergebnisse der Europäischen Sommerschule auf den Punkt gebracht - (Länge 00:45 - Sprache: Englisch)

Warum ist Feminismus so relevant für die Linke? (Länge 1:10 - Sprache: Englisch)

Interview mit Sol Sánchez, Izquierda Unida - (Länge 5:32 - Sprache: Englisch)

Aufgrund der jüngsten Ereignisse in um das Referendum in Katalonien haben wir eine Diskussion mit Marga Ferré (Izquierda Unida) bei der RLS Europäischen Sommerschule organisiert. (Länge: 67 Minutes) - auf Englisch

María Campuzano von der "Alliance Against Energy Poverty" in Katalonien spricht über die Reaktion der sozialen Bewegungen auf das Referendum (Länge: 2:04 Min.) - auf Englisch