Gemeingüter-Konferenz in Rom

Die MitarbeiterInnen des Brüsseler Büros der Rosa Luxemburg Stiftung machten sich kurz nach Ostern zur großen Commons-Konferenz nach Rom auf (27./28. April 2011). Eingeladen waren Experten, WissenschaftlerInnen und PolitikerInnen sowie Aktivistinnen aus Europa, Lateinamerika, Afrika und Asien. Diskutiert wurden die Eckpfeiler von Gemeingütern: Das gesellschaftliche Verhältnis Mensch-Natur, Produktionsverhältnisse und Ökonomie, die Organisierung kollektiven Lebens und Interkulturalität. Erfahrungen in den Kämpfen in Verteidigung der Commons wurden ausgetauscht. Alle Konferenzbeiträge sind online.

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Francine Mestrum von CETRI in Belgien (rechts im Bild) stellte das Grundlagendokument der Konferenz "From Common Goods to the Common Good of Humanity" vor, das den Versuch darstellt, die Eckpfeiler einer Gemeingüter-Politik im Kontext der multiplen Krise zu definieren. Das Dokument wurde in der Konferenz kontrovers diskutiert.

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Gian Delgado (rechts im Bild) von der Autonomen Universität von Mexiko Stadt stellte Grenzwerte und Grenzen (limits and boundaries) von Wachstum aus umweltökonomischer Perspektive dar. Er plädiert für eine verstärkte Aufmerksamkeit für das Konzept des Metabolismus und damit auf die Vermittlung von Mensch und Natur durch Arbeit.

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Marc Vandepitte, Philosoph aus Belgien (rechts im Bild), zeigte die Wichtigkeit und Notwendigkeit einer radikalen Umorientierung der ökonomischen Prozesse in Richtung Gemeingüter auf.

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Gabriela Bernal, Sozialanthropologin aus Ecuador, engagiert in Frauenorganisationen, zeigte aus feministischer, nicht-essentialistischer Perspektive die Möglichkeiten und Fallstricke von Interkulturalismus-Politik auf. Sie bezog sich dabei positiv auf die aktuellen kreativen und emanzipatorischen Kämpfe von Indígenas in Ecuador und kritisierte die Indígena-Politik der internationalen Entwicklungszusammenarbeit.

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Michael Brie vom Institut für Gesellschaftsanalyse der Rosa Luxemburg Stiftung in Berlin (rechts im Bild) leitete Commons historisch und philosophisch her und zeigte die brutale Durchsetzung von Privateigentum in der Geschichte auf. Er machte deutlich, dass es starke "natürliche" Tendenzen gibt, Arbeit im Rahmen von Gemeingütern zu organisieren, und stellte die konkrete Möglichkeit von Gemeingüter-Politik im Bereich öffentlicher Verkehr dar.

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