Klimawandel und die andauernde Untätigkeit

Seit Jahrzehnten treffen sich die Regierungen der Welt mit dem Ziel, ein weltweites Abkommen zur Reduktion von Treibhausgasemissionen zu schließen um gemeinsam gegen den Klimawandel vorzugehen. An dieser Herausforderung sind die jahrelangen Verhandlungen bisher jedoch gänzlich gescheitert. In Bezug auf die enorme politische und wirtschaftliche Macht der Industrien für fossile Brennstoffe haben die Regierungen außerdem den Weg des geringsten Widerstands gewählt – den der Untätigkeit. Trotz wissenschaftlicher Erkenntnisse, verfügbarer Technologie, sowie der moralischen Schwere dieser Situation steigt der globale Treibhausgasausstoß weiterhin.

Um uns aus dieser Sackgasse heraus zu navigieren, brauchen wir die Hilfe der internationalen Gewerkschaften. Wir brauchen eine weltweite Bewegung für einen sofortigen und wirksamen Kampf gegen Klimawandel, wobei der anstehende People’s Climate March, für den Hunderttausende sich in New York versammeln werden, ein Zeichen für die Entwicklung einer solchen Bewegung darstellt. Die Beteiligung von Arbeiterverbänden kann diese Bewegung vielfältiger, dynamischer und wirksamer machen. Doch zunächst sollten wir Bilanz aus den Taktiken, Strategien und Programmen der bisherigen Klimapolitik von Gewerkschaften ziehen.

In diesem Diskussionspapier der Initiative Gewerkschaften für Energiedemokratie, gibt Sean Sweeney von der Cornell Universität einen Überblick über die Anstrengungen der internationalen Gewerkschaften, auf ein weltweites Klimaabkommen Einfluss zu nehmen. Jene Gewerkschaftvertreter, die sich innerhalb dieser Verhandlungen dafür gekämpft haben, sicherzustellen, dass die Interessen der Arbeitnehmer in allen Vereinbarungen berücksichtigt werden, verdienen größten Respekt. Doch in Anbetracht des Ausbleibens einer Einigung haben diese Bemühungen nur wenig konkrete Wirkung. Trotz der wichtigen Rolle von Gewerkschaftsvertretern innerhalb dieser Arena, ist ihr Engagement in einem stillstehenden Prozess zunehmend infrage gestellt worden. Viele Gewerkschafter haben stattdessen zur Mobilmachung ihrer Mitglieder aufgerufen. Sie argumentieren, dass nicht Lobbyarbeit, sondern nur der Druck von außen die Situation verändern kann. Doch vielmehr als nur eine Veränderung der Taktik braucht die internationale Gewerkschaftsbewegung ein neues Programm. Sweeney argumentiert überzeugend, dass Gewerkschaften einzig durch die soziale Kontrolle des Energiesystems für eine nachhaltige Wirtschaft kämpfen und gleichzeitig die Rechte der Arbeitnehmer schützen, den öffentlichen Sektor zu verteidigen und gegen Privatisierung und Sparpolitik kämpfen können.
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Climate change and the great inaction | Englisch

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